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Konzeption und Erprobung von Unterrichtssequenzen an der kaufmännischen Berufsschule auf der Basis eines beispielbasierten Instruktionsansatzes

Ludwig Hinkofer

ISBN 978-3-8325-0387-1
211 pages, year of publication: 2003
price: 40.50 €
In der Arbeit wird ein Thema behandelt, das in Hinblick auf die aktuellen Berichte aus der PISA-Studie höchste Relevanz besitzt: Die Förderung des Erwerbs anwendbaren Wissens. In den verschiedensten Lebensbereichen, im privaten und beruflichen Bereich ebenso wie in der Schul-und Hochschulausbildung, zeigt sich immer wieder ein enttäuschendes Phänomen: Das in einem Kontext A erworbene Wissen kann in einem mehr oder weniger entfernten Kontext B nicht zur Anwendung gebracht werden. Es kommt also zu einer Kluft zwischen Wissen und Handeln. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom so genannten trägen Wissen. Dieses Problem wird in der Arbeit aufgegriffen und ein Instruktionsansatz konzipiert, in dessen Zentrum das Lernen mit Lösungsbeispielen steht. Der Ansatz richtet sich wissenschaftstheoretisch am Konstruktivismus und dem situierten Lernen aus. Er berücksichtigt jedoch auch das Bedürfnis Lernender nach Unterstützung im Lernprozess. Die Erprobung des Ansatzes erfolgte an der kaufmännischen Berufsschule, an der sich verstärkt Probleme der Wissensanwendung zeigen. Im Rahmen von zwei Feldstudien wurden mehrere Unterrichtseinheiten zum Fach Buchführung konzipiert, durchgeführt und evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass - im Vergleich zu einer Kontrollklasse - die Schüler deutlich besser in der Lage waren, ihr im Unterricht erworbenes Wissen in einer Transfersituation anzuwenden (die Unterschiede waren signifikant). Zudem stieß der Unterricht auf hohe Akzeptanz sowohl von Seiten der Schüler als auch von Seiten der Lehrerin, mit der der Unterricht gemeinsam konzipiert wurde und die ihn auch durchführte. Interessanterweise profitierten vor allem die eher schwächeren und die guten Schüler vom Unterricht. Dies legt die Schlussfolgerung nahe, dass der beispielbasierte Unterricht auf der einen Seite verhindert, dass Schüler sehr schlecht abschneiden, auf der anderen Seite unterstützt er "Top-Leistungen", d.h. einzelne Schüler können damit gezielt so gefördert werden, dass sie sehr gute Leistungen in Situationen der Wissensanwendung erbringen. Wie die Ergebnisse der Pisa-Studie 2000 zeigen, gibt es auffällig viele Schüler in Deutschland, die im internationalen Vergleich zu den schlechtesten zählen und zugleich gibt es auffällig wenige, die der Gruppe der "Spitzenschüler" zugerechnet werden können. Der beispielbasierte Instruktionsansatz könnte also eine Unterrichtsmethode sein, mit der zugleich beiden Defiziten erfolgreich begegnet werden kann.

Keywords:
  • Lernen mit Lösungsbeispielen
  • Förderung des Erwerbs anwendbaren Wissens
  • Situiertes Lernen
  • Problemorientiertes Lernen
  • Unterrichtskonzeption für die kaufmännische Berufsschule

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