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Das Ritual als ein Motor der demografischen Expansion von Homo sapiens während des Middle Stone Age in Afrika
Rimtautas Dapschauskas
Mitteilungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 45 (2024)
https://doi.org/10.30819/mbgaeu.45.4 pp: 35-68 2025-09-16
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Stichworte/keywords: demografischen Expansion, Middle Stone Age, Afrika
Cite: APA BibTeX
Dapschauskas, R. (2024). Das Ritual als ein Motor der demografischen Expansion von Homo sapiens während des Middle Stone Age in Afrika. Mitteilungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, 45 , 35-68. doi:10.30819/mbgaeu.45.4
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Abstract
Die demografische und geografische Expansion von Homo sapiens aus Afrika wird in der paläolithischen Archäologie traditionell vor allem durch ökologische Faktoren und technologische Innovationen erklärt. Dieser Ansatz greift jedoch zu kurz, da er die kulturellen und sozialen Besonderheiten unserer Spezies unzureichend berücksichtigt. Homo sapiens zeichnet sich nicht nur durch technische Intelligenz, sondern insbesondere durch eine ausgeprägte Fähigkeit zur sozialen Kooperation und kulturellen Weitergabe aus. In diesem Beitrag wird die Hypothese vertreten, dass kollektive Rituale als neuartige psychosoziale Kulturtechnik eine zentrale Rolle für den Expansionserfolg gespielt haben. Rituale förderten die Bildung stabiler, großräumiger sozialer Netzwerke jenseits enger Verwandtschaftsbeziehungen und leisteten damit einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung von Überlebensraten, Geburtenzahlen und kultureller Innovationsfähigkeit. Archäologisch lässt sich eine Intensivierung ritualisierter Praktiken, etwa durch Ockerverwendung, im Middle Stone Age in Afrika belegen – zeitgleich mit zunehmender Bevölkerungsdichte und geographischer Ausbreitung. Der Beitrag argumentiert, dass zwischen diesen Entwicklungen ein kausaler Zusammenhang besteht.