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Archiv Natur- und Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern

e-ISSN: 2941-1467 (open access)
p-ISSN: 2567-6725 (bis 2022)

Schriftleitung: Dr. Thomas Hübener, Universität Rostock, Institut für Biowissenschaften
Archiv Natur- und Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern

Calathus mollis – Einwanderung und Phänologie einer atlanto-mediterranen Laufkäferart in Mecklenburg-Vorpommern (Coleoptera: Carabidae)

Joachim Schmidt, Johann N. Etzold, Marie Michler, Ralph Emmerich, Martin Lindner

Archiv Natur- und Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern 61 (2025)
https://doi.org/10.30819/anlk.61.02     pp: 36-49     2026-04-13
Calathus mollis – Einwanderung und Phänologie einer atlanto-mediterranen Laufkäferart in Mecklenburg-Vorpommern (Coleoptera: Carabidae)

Arealerweiterung, Ausbreitungsdynamik, Aktivitätsdichte, Klimaerwärmung, Küstendünen, Baggergut-Spülfelder Cite: APA    BibTeX

Schmidt, J., & Etzold, J.N., & Michler, M., & Emmerich, R., & Lindner, M. (2025). Calathus mollis – Einwanderung und Phänologie einer atlanto-mediterranen Laufkäferart in Mecklenburg-Vorpommern (Coleoptera: Carabidae). Archiv Natur- und Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern, 61 , 36-49. doi:10.30819/anlk.61.02
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Abstract
Der Laufkäfer Calathus mollis (Marsham, 1802) besitzt ein atlanto-mediterranes Verbreitungsgebiet, besiedelt entlang der Nordseeküste Dünen und dünenähnliche Habitate und wurde bis Ende des vergangenen Jahrhunderts an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern (M-V) noch nicht nachgewiesen. In der vorliegenden Arbeit werden diverse Funde von C. mollis in M-V seit dem Jahr 2011 präsentiert. Ein Teil der Nachweise gelang mittels Bodenfallen, welche über die Hauptaktivitätsperiode der Imagines kontinuierlich eingesetzt wurden. Aus diesen neuen Daten lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen: 1) C. mollis befindet sich seit etwa 15 Jahren in einer Ausbreitungsphase an seinem nordöstlichen Arealrand. 2) Die Art ist inzwischen in M-V etabliert und an der Küste weit verbreitet. 3) Neben Küstendünen werden auch küstennahe Sandpionierfluren auf Baggergut-Spülfeldern besiedelt. 4) Phänologische Untersuchungen an individuenstarken Populationen in M-V zeigen, dass die imaginale Hauptaktivität von C. mollis in den Spätsommer-Herbst fällt und damit später liegt als bei anderen Calathus-Arten am selben Standort. Es ist eine Winteraktivität nachweisbar. 5) C. mollis ist an der südwestlichen Ostseeküste offensichtlich nicht gefährdet, was eine Änderung des aktuellen Status als stark gefährdete Art in der Roten Liste Deutschlands erfordert. Eine Beobachtung der weiteren Bestandsentwicklung und Ausbreitungsdynamik wäre zur Dokumentation des klimabedingten Faunenwandels Norddeutschlands wünschenswert.