 |
Calathus mollis – Einwanderung und Phänologie einer atlanto-mediterranen Laufkäferart in Mecklenburg-Vorpommern (Coleoptera: Carabidae)
Joachim Schmidt, Johann N. Etzold, Marie Michler, Ralph Emmerich, Martin Lindner
Archiv Natur- und Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern 61 (2025)
https://doi.org/10.30819/anlk.61.02 pp: 36-49 2026-04-13
|
Arealerweiterung, Ausbreitungsdynamik, Aktivitätsdichte, Klimaerwärmung, Küstendünen, Baggergut-Spülfelder
Cite: APA BibTeX
Schmidt, J., & Etzold, J.N., & Michler, M., & Emmerich, R., & Lindner, M. (2025). Calathus mollis – Einwanderung und Phänologie einer atlanto-mediterranen Laufkäferart in Mecklenburg-Vorpommern (Coleoptera: Carabidae). Archiv Natur- und Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern, 61 , 36-49. doi:10.30819/anlk.61.02
@article{Schmidt_2025,
doi = {10.30819/anlk.61.02},
url = {https://doi.org/10.30819/anlk.61.02},
year = 2025,
publisher = {Logos Verlag Berlin},
volume = {61},
pages = {36-49},
author = {Joachim Schmidt, Johann N. Etzold, Marie Michler, Ralph Emmerich, Martin Lindner},
title = {Calathus mollis – Einwanderung und Phänologie einer atlanto-mediterranen Laufkäferart in Mecklenburg-Vorpommern (Coleoptera: Carabidae)},
journal = {Archiv Natur- und Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern}
}
Abstract
Der Laufkäfer
Calathus mollis (Marsham, 1802) besitzt ein atlanto-mediterranes Verbreitungsgebiet,
besiedelt entlang der Nordseeküste Dünen und dünenähnliche Habitate und wurde bis Ende des vergangenen
Jahrhunderts an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern (M-V) noch nicht nachgewiesen.
In der vorliegenden Arbeit werden diverse Funde von
C. mollis in M-V seit dem Jahr 2011
präsentiert. Ein Teil der Nachweise gelang mittels Bodenfallen, welche über die Hauptaktivitätsperiode
der Imagines kontinuierlich eingesetzt wurden. Aus diesen neuen Daten lassen sich folgende
Schlussfolgerungen ziehen: 1)
C. mollis befindet sich seit etwa 15 Jahren in einer Ausbreitungsphase an
seinem nordöstlichen Arealrand. 2) Die Art ist inzwischen in M-V etabliert und an der Küste weit verbreitet.
3) Neben Küstendünen werden auch küstennahe Sandpionierfluren auf Baggergut-Spülfeldern
besiedelt. 4) Phänologische Untersuchungen an individuenstarken Populationen in M-V zeigen, dass
die imaginale Hauptaktivität von
C. mollis in den Spätsommer-Herbst fällt und damit später liegt als
bei anderen Calathus-Arten am selben Standort. Es ist eine Winteraktivität nachweisbar. 5)
C. mollis
ist an der südwestlichen Ostseeküste offensichtlich nicht gefährdet, was eine Änderung des aktuellen
Status als stark gefährdete Art in der Roten Liste Deutschlands erfordert. Eine Beobachtung der weiteren
Bestandsentwicklung und Ausbreitungsdynamik wäre zur Dokumentation des klimabedingten
Faunenwandels Norddeutschlands wünschenswert.