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Differenz und Identität im Kontext Postkolonialer Theorien

Berliner Arbeiten zur Erziehungs- und Kulturwissenschaft, Bd. 6

Anette Dietrich

ISBN 978-3-89722-551-0
80 Seiten, Erscheinungsjahr: 2001
Preis: 10.20 €
Gleichheits- und Differenzkonzepte in der feministischen Theorie und Praxis unterliegen dem Dilemma, daß einerseits unterschiedliche Lebensweisen und Unterdrückungsverhältnisse ausgeblendet, andererseits Ungleichheit und Differenz festgeschrieben werden können. Poststrukturalistische und Postkoloniale Theorieansätze kritisieren die diesen Diskussionen inhärenten Vorstellungen einer ausdeutbaren, einheitlichen Identität und der damit verbundenen feministischen Identitätspolitik. Könnten die différance Jacques Derridas oder Homi K. Bahabas Vorstellungen einer Hybridität als alternative Identitätskonzepte für eine feministische Theorie und Praxis angesehen werden?

Rezension:
"Vor kurzem fiel mir ein schmales Buch in die Hände - eine Diplomarbeit in Erziehungswissenschaften, die vom Berliner Logos Verlag veröffentlicht wurde, weil sie aus der Menge von Abschlussarbeiten heraussticht. Anette Dietrich befasst sich hier mit den Themen von Differenz und Identität in postkolonialen Debatten und unterzieht diese einer feministischen Kritik. Dabei stellt sie zunächst Derridas Kritik am Logozentrismus vor, bevor sie auf Homi Bhabhas Konzept der Hybridität eingeht und beide Ansätze nach ihrem feministischen Potenzial befragt. Eine feministische Aneignung dieser beiden Theorien findet sich beispielsweise bei Gloria Anzaldúa und ihrem Konzept des Borderlands, eines Grenzraumes als Schnittpunkt verschiedenster Identitätsentwürfe. Gleichzeitig macht Anette Dietrich die Problematik deutlich, die sich ergibt, wenn postkoloniale Theorien ihren Fokus auf symbolischen Repräsentationsformen legen und dabei die Einbeziehung ökonomischer Machtstrukturen vernachlässigen. So warnt sie davor, marginalisierte Positionen zu romantisieren bzw. ihnen per se ein Widerstandspotenzial einzuräumen: "Ob sich ein illegalisierter Flüchtling als subversiv oder hybrid betrachten kann, ist fraglich." Daher sollten auch hybride Positionen nicht einfach abgefeiert, sondern aus ihrem jeweiligen Kontext bewertet werden. Anette Dietrichs Arbeit, die vier Jahre alt ist, bietet Ansätze und Hintergründe zu einer Debatte, die zum Glück längst weiter geführt worden ist, wobei aber ihr Buch fundiert und inspirierend in die komplexen Fragestellungen von Postkolonialismus und Feminismus einführt." (Dagmar Brunow, in: Lorettas Leselampe)

Keywords:
  • Feminismus
  • Differenz
  • Identität
  • Hybridität
  • Postkoloniale Theorien

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