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Verhaltenspharmakologische Untersuchungen zur latenten Inhibition des Lernens

Cornelia Schauz

ISBN 978-3-89722-458-2
116 Seiten, Erscheinungsjahr: 2000
Preis: 40.50 €

Zusammenfassung

Die wiederholte Präexposition eines prospektiven konditionierten Reizes (CS) führt in der Konditionierung zu einem Assoziationsdefizit, ein Phänomen, das als latente Inhibition (LI) des Lernens bekannt ist. LI ist ein Tiermodell für Schizophrenie, das bereits an unterschiedlichen Lernparadigmen demonstriert wurde. In dieser Arbeit sollte LI anhand der furchtpotenzierten Schreckreaktion (FPS) nachgewiesen werden. In der FPS ist die Schreckreaktion normalerweise nach der Präsentation eines CS, der zuvor mit einem aversiven Reiz gepaart wurde, erhöht. Nach Präexposition des CS war die FPS signifikant erniedrigt, womit LI der FPS gezeigt wurde. Die Gabe von Amphetamin vor der Präexposition und der Konditionierung reduzierte LI, wie es in der Literatur für andere LI Paradigmen beschrieben wurde.

In der vorliegenden Arbeit wurden die neuronalen Grundlagen des Mechanismus der LI untersucht. Dazu bin ich von der Hypothese ausgegangen, dass während der Präexposition ein Gedankeninhalt "CS neutral" (CS 0) im Gehirn gebildet und gespeichert wird. Wie Experimente zur Furchtkonditionierung zeigen, erfolgt die Assoziation zwischen neutralem CS und aversivem US im basolateralen Komplex der Amygdala (BLA) durch einen NMDA Rezeptor vermittelten Prozess. Um zu überprüfen, ob die BLA auch eine Rolle bei der Verarbeitung neutraler Inhalte spielt, wurde vor der Präexposition der NMDA Rezeptor Antagonist AP-5 (12,5 nmol) lokal in die BLA injiziert. Diese Behandlung reduzierte LI der FPS.

Außerdem sollte untersucht werden, ob an der Verarbeitung des neutralen Gedächtnisinhalts auch die thalamischen Kerne PIN/MGm/SG, die der Amygdala funktionell vorgeschaltet sind, beteiligt sind. Zuvor musste festgestellt werden, ob NMDA Rezeptoren in den Kernen PIN/MGm/SG an der Vermittlung der Akquisition und Expression der visuellen Furchtkonditionierung beteiligt sind. Es zeigte sich, dass die Blockade von NMDA Rezeptoren in den Kernen PIN/MGm/SG sowohl Akquisition als auch Expression der Furcht signifikant reduzierten, nicht aber LI der FPS.

Weiterhin sollte untersucht werden, ob die cholinerge Innervation der BLA, die vom Nucleus basalis magnocellularis (NBM) ausgeht, die Bildung des Gedächtnisinhaltes CS 0 beeinflusst und LI moduliert. Dazu wurden mit Chinolinat (80 nmol) exzitotoxische Läsionen des NBM durchgeführt. Bei diesen Experimenten interessierte mich zusätzlich, ob NBM-Läsionen einen Einfluss auf das Zustandekommen der PPI haben. NBM-Läsionen zeigten keinen Effekt auf LI der FPS und PPI. Da kein Effekt nach Läsionen des NBM festzustellen war, wurde der NBM durch Gabe des GABAA Antagonisten Picrotoxin stimuliert und die PPI gemessen. Die PPI war signifikant reduziert nach Stimulation des NBM.

Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass NMDA Rezeptoren in der BLA, nicht aber im Thalamus bei der Verarbeitung des CS 0 eine Rolle spielen. Das gibt einen eindeutigen Hinweis auf die Beteiligung der NMDA Rezeptoren in der Amygdala am Zustandekommen der LI und einen Beitrag zum Verständnis der Ätiologie der Schizophrenie. Die Tatsache, dass Läsionen des NBM keinen Einfluss auf LI der FPS und PPI hatten, aber dass PPI reduziert war nach Stimulation des NBM zeigt außerdem, dass eine Überfunktion des basalen cholinergen Vorderhirns der neuronalen Dysfunktion der Schizophrenie zugrunde liegen könnte.

Keywords:
  • Schizophrenie
  • Verhalten
  • Lernen
  • Angst und Furcht
  • Pharmakologie

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