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Untersuchungen zur Ausscheidung von Vitamin A im Harn von Kaniden

Jens Raila

ISBN 978-3-89722-298-4
136 Seiten, Erscheinungsjahr: 1999
Preis: 40.00 €
37 Abb., 12 Tab., 329 Lit.

Hunde und andere Tierarten der Ordnung Carnivora nehmen eine Sonderstellung hinsichtlich des Vitamin-A-Stoffwechsels ein. Diese Tierarten besitzen physiologischerweise hohe Vitamin-A-Konzentrationen im Blut, die auf einen erhöhten Anteil an Retinylestern zurückzuführen sind. Als Folgen der erhöhten Retinylester-Konzentration im Blutplasma sind erhöhte Vitamin-A-Konzentrationen in den Organen sowie möglicherweise die bisher nur bei Kaniden beobachtete Ausscheidung von Vitamin A in Form von Retinol und Retinylestern mit dem Harn zu sehen. Diese Vitamin-A-Verbindungen müssen, aufgrund ihrer Fettlöslichkeit, im Harn an ein bisher nicht bekanntes Protein assoziiert vorliegen.

Es wurden deshalb Untersuchungen zur Vitamin-A-Ausscheidung im Harn von Hunden, Silberfüchsen und Marderhunden unter besonderer Berücksichtigung der Isolierung und Charakterisierung des Trägerproteins für Vitamin A durchgeführt. Dazu wurden Blut, Harn und Gewebeproben (Leber und Nieren) von acht Hunden (Canis familiaris), neun Silberfüchsen (Vulpes vulpes) und elf Marderhunden (Nyctereutes procyonoides) untersucht. Die Vitamin-A-Bestimmung (Retinol und Retinylester) erfolgte mittels Umkehrphasen- Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie (RP-HPLC). Der RBP-Nachweis wurde nach elektrophoretischer Trennung im Western-Blot (Blutplasma, Harn) sowie immunhistologisch an Formalin fixierten und in Paraplast eingebetteten histologischen Schnitten (Leber, Niere) durchgeführt.

Vitamin A kann im Blutplasma und im Harn aller untersuchten Tiere in Form von Retinol und Retinylestern nachgewiesen werden. RBP ist nur im Blutplasma, jedoch nicht im Harn detektierbar und deshalb als Vitamin-A-Trägerprotein im Harn auszuschließen.

Die Isolierung des Vitamin-A-Proteinkomplexes im Harn gelang mit verschiedenen Methoden der Proteintrennung (Ultrazentrifugation, Gelpermeations-Chromatographie, native und SDS- Gelelektrophorese). Unter denaturierten und reduzierten Bedingungen besitzt das Protein ein Molekulargewicht von 100 kDa und ist in allen untersuchten Harnproben nachweisbar. Nach tryptischem Abbau konnte über MALDI-TOF-Massenspektrometrie die Aminosäurensequenz einzelner Peptide bestimmt werden. Dabei sind Sequenzhomologien zum humanen Tamm-Horsfall-Protein (THP) feststellbar. Die genauen intrazellulären Mechanismen der Ausscheidung von THP und dessen Interaktion mit den lipophilen Vitamin A bleiben weiterhin ungeklärt. Die in dieser Studie etablierten Methoden zur Isolierung, Charakterisierung sowie Lokalisation von THP bieten dabei eine wesentliche Grundlage und interessante Ansatzpunkte zum besseren Verständnis der Besonderheiten im Vitamin-A-Stoffwechsel von Kaniden.

Keywords:
  • Vitamin A
  • Urine
  • Carnivores
  • Tamm-Horsfall-Protein
  • Retinol-binding-Protein

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