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Gedächtnisliteratur im 19. und 20. Jahrhundert. Deutsch-jüdische Literaturgeschichte und ihre Rezeption im Bildungswesen

Stefanie Gödeke

ISBN 978-3-8325-2961-1
380 Seiten, Erscheinungsjahr: 2011
Preis: 39.00 €
Ausgehend von der Kernthese der Schrift, dass die Rezeption der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte außerhalb von kulturwissenschaftlichen Zirkeln und deren Debatten über Minoritätsprobleme sowie Institutionen, die der jüdischen Forschung von Juden oder deren Gemeinden nahe stehen oder selbst jüdisch organisiert sind, so gut wie tot ist, hat sich die Schrift zur Aufgabe gemacht, die Lesart über eine Kulturgemeinschaft zu stärken, die lange Zeit in Europa keinen anerkannten Rechtsstatus besaß, und bis heute durch Vernachlässigung, Auslassung bzw. Verleugnung ihrer Existenz auf dem rezeptionsgeschichtlichen Sektor der allgemein bildenden Systeme des deutschen Schulsystems verdrängt wird.

Der Status des Außenseitertums einer Minorität, die im besten Fall im 19. und 20. Jahrhundert zeitweilig kulturell und ökonomisch gleichberechtigt war, hat sich in die Schule hinein verlängert, damit werden auch Kanon und Lektüre beeinträchtigt. Deshalb lautet eine weitere These dieser Arbeit, dass die Anerkennung einer Religionsgemeinschaft nicht abgekoppelt von der Sichtung des deutsch-jüdischen Literaturkomplexes betrachtet werden kann. Ein Baustein dieser Erinnerungsarbeit ist die für die Sek. I und I aufbereitete Rezeptionsforschung und ihre Umsetzung für die Praxis.

Die Arbeit rekonstruiert die Dimension der Problematik, die mehrschichtig angelegt ist: Das Bildungskapital der jüdischen Aufklärung, der Gedächtnisliteratur, der Shoah und Holocaustliteratur, der Exil- und Remigrationsliteratur war epochenweise fast ausschließlich Thema der jüdischen Autoren, die ihr politisches und individuelles Lebensschicksal reflektierten und über die Brüchigkeit der deutsch-jüdischen Kultur zugleich ein literaturgeschichtlich relevantes Zeugnis formal, thematisch und motivisch ablegten. Doch für die Rekonstruktion des deutschsprachigen Judentums im Literaturunterricht ist oft nur der Ausgangspunkt der Diktaturjahre 1933-1945 zentral. Deshalb müsste ein Literaturkanon für den Schulunterricht und die Erstsemester der Germanistik und der Lehramtsstudiengänge die Thematik "Jüdische Literatur in deutscher Sprache" als Gegenstand der Jahrhunderte ebenso ernst nehmen wie den Holocaust als "kulturelles Erbe".

Keywords:
  • Gedächtnisliteratur
  • Didaktik der Literaturwissenschaften
  • Deutsch-jüdische Literaturgeschichte
  • Literaturkanon
  • Unterrichtsmodelle

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