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Untersuchungen zum immunmodulatorischen Potential von Terpenoiden

Martin Holschbach

ISBN 978-3-8325-1794-6
165 pages, year of publication: 2007
price: 40.50 €
Diese Dissertation beschäftigt sich mit den immunmodulatorischen und möglicherweise immunogenen Eigenschaften einer umfangreichen Gruppe von Naturstoffen, den Terpenen. Diese sind, als Bestandteile von etherischen Ölen, in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs enthalten, vor allem als Duftstoffe in Parfum-, Kosmetik- und Hygieneprodukten, und werden auch gerne als Alternative zu klassischen Arzneimitteln (z.B. Teebaumöl) eingesetzt.

Da sie pflanzlicher Herkunft sind, werden sie oft als "unbedenklich" angesehen. Verschiedene Untersuchungen zeigen jedoch, dass die zunehmende Verwendung von Terpenoiden wie z.B. -3-Caren, -Terpinen oder Ascaridol möglicherweise eine wesentliche Ursache für ein gesteigertes Auftreten der allergischen Kontaktdermatitis (ACD) darstellt. Man kennt etwa 4000 Substanzen, die eine ACD auslösen können, und man vermutet, dass 10-15% der europäischen Bevölkerung für eine oder mehrere dieser Substanzen sensibilisiert sind. In dieser Untersuchung wurde der Einfluss verschiedener Terpenoide (u.a. Ascaridol, -Terpinen) auf zytokingenerierte dendritische Zellen (MDDC; "monocyte derived dendritic cells") aus CD14+ Vorläuferzellen, im Hinblick auf die Entstehung einer ACD, betrachtet. Dazu wurden nach Inkubationsversuchen mit Terpenen, in An- und Abwesenheit des starken bakteriellen Stimulus LPS (Lipopolysaccharid), verschiedene molekulare Marker betrachtet, um ein immunmodulatorisches oder sogar immunogenes Potential zu erfassen. Dazu gehörten verschiedene Oberflächenmarker, die im Zusammenhang mit Reifung, Wanderung, Antigenpräsentation und Kostimulation bei dendritischen Zellen stehen (CD80, CD86, HLA-DR, CD14, CD1a, CD83, CCR-7).

Der Einfluss der Terpene auf ihre Expression in An- und Abwesenheit von LPS wurde auf RNA- (real-time-PCR) und/oder Proteinebene (Durchflusszytometrie; FACS) in situ gemessen. Ebenso wurde die Beeinflussung der Zyto- und Chemokinabgabe betrachtet und das RNA-Expressionsspektrum (Genarray) relevanter Zellen (MDDC, U937, Keratinozyten) untersucht. Ergänzend wurden verschiedene Tests bezüglich der akuten Toxizität (MTT, 3H-Inkorporation) und des inflammatorischen Potentials von Terpenen (TNF--, MCP-1-Abgabe) an der Monozytenzelllinie U937 und an humanem Vollblut durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass einige der Modellsubstanzen (-3-Caren, Carenmetabolite, Ascaridol, -Terpinen) ein immunmodulatorisches Potential besitzen, und dass zumindest Ascaridol auf RNA-Ebene (Hochregulation von CD80, CD86, CCR-7) ein eigenständiges immunogenes Potential besitzt. Pflanzenstoffe sind also nicht in jedem Fall allergologisch harmlos, sondern können die Aktivierung und Reifung von dendritischen Zellen, den Vermittlern der ACD, induzieren

Keywords:
  • dendritische Zellen
  • Terpene
  • Oberflächenrezeptoren
  • Zytokine
  • Genexpression

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