PDF – OpenAccessPhysikunterricht soll zur Partizipation in einer technisierten und vernetzten Welt befähigen. Diese Arbeit nimmt die hierbei relevanten, aber bisher kaum erforschten impliziten, habituellen Orientierungen von Physiklehrkräften in den Blick.
Ausgehend von leitfadengestützten Interviews mit N = 14 Physiklehrkräften konnte mit der Dokumentarischen Methode eine mehrdimensionale Typologie zur Rolle von Technik und Verantwortung im Physikunterricht rekonstruiert werden. Anhand kontrastierender Fälle wurden vier Typen identifiziert:
Der Typus Erklärer*in fokussiert auf die Erklärung von Alltagstechnik und Verantwortung im persönlichen Umfeld. Der Typus Universalist*in dagegen betont die gesellschaftlichen Zusammenhänge technischer Entwicklungen und eine globale Verantwortungsdimension. Beide Typen konzipieren Physik als Schlüssel zu einer analytisch-rationalen Welterschließung und reduzieren dabei Technik auf die Anwendung von Physik. Der Typus Fatalist*in sieht Verantwortungsübernahme durch die unaufhaltsame Technikentwicklung als unmöglich an und stellt dem eine andächtige Faszination für Natur und Kosmos entgegen. Der Typus Praktiker*in kritisiert die mangelnde Alltagsrelevanz einer als lebensfremd empfundenen Physik. Für den Typus sind statt ethischer Verantwortung vor allem institutionelle Anforderungen und Pflichten relevant. Die Studie diskutiert die Typologie vor dem Hintergrund der Bildungsziele naturwissenschaftlichen Unterrichts und der Lehrkräfteprofessionalisierung.
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