Diese Arbeit untersucht im Rahmen eines qualitativen Fallstudien-Designs die Sprachnutzung deutsch-türkischsprachiger Lernender in Physikunterricht, in dem die Nutzung von Mehrsprachigkeit explizit erlaubt war. Die Ergebnisse basieren auf Video-, Fragebogen- und Interviewdaten von vier deutsch-türkischsprachigen Lernendengruppen. Untersucht wurde, in welchem Ausmaß die Lernenden auf das Türkische zurückgreifen, wofür und warum sie dies tun.
In der Studie wird gezeigt, dass die Lernenden ihre mehrsprachigen Ressourcen im Unterricht selten nutzten. Demnach bevorzugten sie Deutsch, und zwar unabhängig davon, ob sich die Interaktion auf unterrichtsbezogene Inhalte bezog oder nicht. Wenn auf Türkisch über Unterrichtsbezogenes gesprochen wurde, waren epistemische Funktionen von Sprache selten vertreten. Türkisch diente vor allem der Steuerung von Arbeitsprozessen und der Sicherung der Gruppenarbeitsfähigkeit. In den Interviews zeigte sich ferner ein positiver Einfluss der Mehrsprachigkeitsnutzung auf die Kommunikationsbedingungen und die Affektivität. Es zeigt sich, dass der Einbezug von Mehrsprachigkeit die Unterrichtsbedingungen für mehrsprachige Lernende verbessern kann.
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