
Die Trennung von Psyche und Gesellschaft wird durch das Theorem der Sinnsozialität faktisch aufgehoben und die Gesellschaft indirekt in die Psyche eingebaut. Dies erzeugt eine theorielogische Asymmetrie, mit der die Systemphilosophie — aufbauend auf der Paradoxie der "Selbstsozialisation" eine theorienormative Setzung vornimmt.
In radikal gesellschaftstheoretischer Perspektive wird die Psyche als tabula rasa konzipiert, die erst durch die beständige Belieferung mit Sinn seitens der Gesellschaft zu ihrer Eigenheitlichkeit, letztlich zu ihrer Existenz kommt. Die Psyche bleibt damit außen vor, jenseits der Kommunikation, jenseits des Sinns, jenseits auch noch des Bewusstseins. Denn die sinnbasierte Introspektion ist ebenfalls mit Vergesellschaftungen überzogen. Die vorliegende Studie untersucht diese voraussetzungsreiche Theoriekonstruktion kritisch und eruiert ihre Konsequenzen für die systemphilosophische Theoriestatik und ihr Menschenbild.
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