
Charakterisation. Philosophisch-medienanalytische Studien zur Darstellung und Darstellbarkeit psychischer Individualität
Leonard Loew
ISBN 978-3-8325-6095-9
354 Seiten, Erscheinungsjahr: 2026
Preis: 44.00 €
Medien produzieren, offerieren und legitimieren soziale Sinnmuster. Die Darstellung
psychischer Individualität scheint vor dem Hintergrund medialer Typisierungen ein
inhärenter Widerspruch zu sein: die Zeichnung eines Charakters, dessen individuelle
Eigenheiten respektive Befindlichkeiten bei den unterschiedlichsten Rezipienten für
imaginative und kommunikative Anschlüsse sorgen. Die Kombination aus individueller Kontur und schematischer Bündelung kulturell etablierter Verhaltens- und
Lebensweisen entfaltet ein gesellschaftlich tiefverwurzeltes, breitstämmiges Identifikations- und Sinnreservoir, aus dem heraus sich die Erlebnishorizonte der Individuen
verästeln können. Das rezipierte Individuum muss sich in den Sinnhaushalt des rezipierenden Individuums einfügen und zugleich eine kollektive Folie plausibler
Persönlichkeitsgestaltungen abbilden. Individuell sichtbar wird, was darstellbar ist.
Das formbildende Differential medial skizzierter Individualität bestimmt sich demnach als darstellbar versus nicht-dastellbar.
Léonard Loew untersucht anhand unterschiedlicher Medien — von der Fotografie über Film und
Roman bis hin zur Rhetorik — die jeweiligen Darstellungsformen und -logiken psychischer Individualität, die Grenzen ihrer Darstellbarkeit sowie die philosophisch-theoretischen Hintergründe dieses Spannungsverhältnisses.