
Die Intention von Kommunikation besteht demgegenüber im Aufbrechen dieser Isolation. Die moralische Entrüstung, mit der Innerlichkeit regelmäßig beklagt wird, resultiert wiederum aus einer unaufgelösten Kommunikationsenttäuschung. Alles Sprechen oder Schreiben, so die Vorstellung, kann doch nicht das Innere gänzlich zum Ausdruck bringen geschweige denn durchdringen. Wird dieser ,psychische Rest` schmerzlich bewusst, setzt sich die Kommunikation jedoch oftmals gerade fort.
Im Umkreisen und Umformulieren des Gemeinten — dabei Vermeinten — wird dann versucht, das Innere doch noch kommunikativ nach außen zu tragen, wenn auch zuletzt durch die Mitteilung der Nichtmitteilbarkeit. Die daraus erwachsende Innerlichkeitssemantik entfaltet damit eine inhärente Doppellogik. Innerlichkeit fungiert einerseits als Gegenpol, als psychisches Kommunikationsveto und zugleich als Dauerstimulation der Kommunikation. Die vorliegende Studie untersucht auf der Grundlage exemplarischer Diskurse die kommunikationslogischen und historisch-semantischen Strukturen dieser Ambivalenz.
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