
Anna Kochanovas ethnografische Studie untersucht in zwei Berliner Willkommensklassen, wie Deutschlernen für neu zugewanderte Grundschulkinder ressourcenorientiert gestaltet und persönlich bedeutsam werden kann. Ausgangspunkt bildet das Spannungsverhältnis zwischen dem monolingual ausgerichteten reduktionistischen Sprachverständnis und einem erweiterten Begriffskonzept, das Mehrsprachigkeit und Literarität integriert.
Der theoretische Bezugsrahmen der Arbeit wird in diesem Sinne weiterentwickelt zur Trias Sprache — Ästhetik — Kognition, deren Verflechtungen untersucht werden. Im empirischen Teil rücken Spielen, Erzählen und Imaginieren in den Fokus, die als ästhetisch geprägte, unhintergehbare anthropologische Konstanten gefasst werden. Die rekonstruktiv-interpretative Analyse von key incidents zeigt, wie in interaktiv und metaphorisch dichten Momenten Sprache, Ästhetik und Kognition ineinandergreifen und welche sprachförderlichen Potenziale dabei sichtbar werden. Im Verlauf der Analyse kristallisiert sich ästhetische Aufmerksamkeit als Phänomen heraus, in dessen Modus Sprache (anders) erfahren wird.
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