
Um die nabatäische Baukunst und die besondere Rolle Petras umfassend zu verstehen, müssen jedoch auch die Befunde freistehender Bauwerke in die Diskussion einbezogen werden, deren Erforschung bislang ein Desiderat war. Diese Studie schließt die Lücke: Auf Basis der Analyse von knapp 2.000 dekorativen Bauteilen — darunter Kapitelle, Basen sowie Elemente des Gebälks aus Petra und anderen nabatäischen Siedlungen — liegt erstmals eine systematische Untersuchung des Baudekors freistehender Architektur vor.
Herausgearbeitet werden die typischen Merkmale des nabatäischen Baudekors, die sowohl in einzelnen Bauteilen sowie in einer kompositen Bauordnung erkennbar sind und sich in einem elaborierten und einem schlichten Stil manifestieren. Besondere Bedeutung kommt einer Bauphase unter König Aretas IV. (9 v. Chr. bis 40 n. Chr.) zu, in der sich im Zuge der monumentalen Ausgestaltung des Stadtzentrums standardisierte Bauprozesse etablierten. Die Studie leistet einen wichtigen Beitrag — nicht nur zur Erforschung des Baudekors, sondern auch zur Organisation von Bauprozessen in dieser Zeit und zum allgemeinen Verständnis des einzigartigen Charakters der nabatäischen Architektur.
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