Soziale Performanzziele im schulischen Leistungskontext
Heidrun Stöger
ISBN 978-3-89722-893-1
265 Seiten, Erscheinungsjahr: 2002
Preis: 40.50 EUR
Stichworte/keywords: Motivation , Leistungsverhalten , Zielorientierung , Mathematikunterricht , soziale Performanzziele
Motivationale Ziele spielen in verschiedenen Motivationsmodellen und bei der
Erklärung von Verhalten eine zentrale Rolle: Sie beeinflussen einerseits,
welche Handlungen eine Person ausführt, wirken sich andererseits aber auch auf
die Intensität und die Richtung dieser Handlungen aus. In der einschlägigen
Forschungsliteratur kam es traditionell unter wechselnden Bezeichnungen zu
einer Dichotomisierung in Lern- und Performanzziele.
Erstere beziehen sich auf
das Bestreben, Kompetenzen zu erwerben, Letztere zielen darauf ab, gute
Leistungen zur Schau zu stellen bzw. schlechte Leistungen zu kaschieren. Neuere
Forschungsbefunde deuten jedoch darauf hin, dass Performanzziel in eine
Annäherungs- und eine Vermeidungskomponente untergliedert werden sollten.
Diese
Unterteilung erklärt die bis dahin uneinheitliche Befundlage zur Adaptivität der
Zielorientierungen zwar besser, führt allerdings auch zu verschiedenen
Widersprüchen und vernachlässigt ebenfalls verschiedene inhaltliche Aspekte. Neben
einem Überblick über die empirische Forschung der letzten Dekade werden
deshalb vor allem Weiterentwicklungen des Konstruktes der motivationalen
Orientierungen thematisiert. Eine genaue Inspektion der Messinstrumente liefert
Hinweise, dass es sich bei den bestätigenden Befunden für einen mittleren
Spezifitätsgrad motivationaler Ziele um ein Artefakt handeln könnte. In fünf Studien
wurde deshalb ein Messinstrument zur Erfassung der Leistungsziele verwendet,
das die AdressatInnen des Leistungshandelns (Eltern, Lehrkräfte,
KlassenkameradInnen und Selbst, operationalisiert über Noten) systematisch mit einbezieht.
Faktorenanalytisch konnte eingeschränkte Evidenz für eine domänunspezifische
Lernzielorientierung gewonnen werden, jedoch keine Evidenz für
domänunspezifische Performanzziele oder deren Untergliederung in eine Annäherungs- und
Vermeidungskomponente. Stattdessen zeigten sich soziale Performanzziele in
unterschiedlichen Ausprägungen, die Zusammenhänge zu verschiedenen Indikatoren
adaptiven Leistungsverhaltens aufwiesen.