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John Luther Long (1861-1927):
"Madame Butterfly" (1898).
Das literarische Konzept der amerikanischen Kurzgeschichte im historischen Kontext

Georg Gerry Tremmel
ISBN 978-3-8325-1076-3
120 Seiten, Erscheinungsjahr: 2007
Preis: 24.00 EUR

Stichworte/keywords: Giacomo Puccini , Pierre Loti , David Belasco , Libretto , Madame Chrysanthème

Rezension: philosophers today

Inhalt: Es ist paradox: Giacomo Puccinis (1858-1924) japanische Operntragödie Madama Butterfly (UA 1904) wird zwar oft musikwissenschaftlich analysiert, indem die literarischen Vorlagen herangezogen werden: Pierre Lotis (1850-1923) Reiseroman Madame Chrysanthème (1885), John Luther Longs (1861-1927) Madame Butterfly (1898) und David Belascos (1853-1931) Theaterstück Madame Butterfly (UA 1900). Auf eine Analyse der genannten Sujets wird jedoch verzichtet. Dabei kann eine derartige Untersuchung im Hinblick auf die Genese der Oper und deren Revisionsarbeiten Aufschluss über die operative Arbeitsmethode des italienischen Komponisten und seiner Librettisten Giuseppe Giacosa (1847-1906) und Luigi Illica (1857-1919) geben.

Georg Gerry Tremmel widmet sich daher ausführlich der amerikanischen Kurzgeschichte Madame Butterfly von John Luther Long, die wesentlich als Vorlage für Puccinis tragedia giapponese diente. Deren literarische Meisterleistung liegt in Longs psychologisch-konzeptionellem Erzählstil begründet. Der Autor analysiert die formale und inhaltliche Struktur der Kurzgeschichte, wobei er - John Luther Longs literarisches Konzept berücksichtigend - auf das japanische Eherecht im Rahmen des alten Japanischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (aJBGB) von 1898 sowie auf die Kultur und Geschichte Japans (Meiji-Restauration) zurückgreift. Der Bezug auf das japanische Eherecht ist notwendig, um das zentrale Thema in Longs Werk zu verstehen: die Institution 'Zeitehe'. Erst die juristische Perspektive, die in diversen musikwissenschaftlichen Abhandlungen fehlt, macht den historischen Kontext begreifbar.

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